Ich glaub, ich bin ein Bisschen schwanger
Ich glaube es, zumindest. Hallo.
Ich heisse Andrea, bin 41 Jahre alt und habe bereits alle Hände voll zu tun: ich bin selbstständig (habe in Januar 2010 meine erste Gewerbe angemeldet, Januar 2011 meine zweite…), seit 18.5 Jahre verheiratet und mein Mann und ich haben fünf Kinder zwischen 13 und 4 Jahre.
Wie kann man “ein Bisschen” schwanger sein? Um ehrlich zu sein, dass weiss ich nicht. Ich weiss gar nix mehr. Ich habe keine Ahnung, wo ich im Zyklus stehe, ahne nur, dass ich längst fällig bin. Und da mein Mann und ich noch sehr zugeneigt sind, ist es -um- zumindest möglich.
Mir wird gelegentlich flau im Magen, mein Busen ist manchmal sehr empfindlich und ich glaube, ich leide bereits jetzt an Mami-Hirn (Gedächtnisschwund? Hallo, ich bin Andrea, wer bist Du und was mach ich eigentlich hier überhaupt?).
Der Grund wieso ich eigentlich noch nicht *genau* weiss, ob ich schwanger bin? Stelle dir bitte folgendes vor, dann weisst Du, warum ich eigentlich erst “ein Bisschen schwanger” bin:
Freischwebend über die Kloschüssel, Höschen um die Knöchel gelegt, während ich verzweifelt in aller Ruhe versuche auf ein Schwangerschaftsdingsbums zu pinkeln — alle Nas-lang klopft irgendein Kind oder gar mein Göttergatte an der Tür: ”Bist Du endlich fertig? Ich muuuuussssss mal!”. Dies verlangt ein gewisses Grad an Geschicklichkeit, die ich garantiert morgens fruh nicht besitze. Dies ist auch nicht zwingend die feierliche Art, um ein neues Leben gebührend zu empfangen…
Wo bleibt das Kerzenlicht? Wo ist das Streichkonzert? Wo bleibt die Ruhe, um ganz still und leise der Gedanke vom neuen Erdenbürger niederkommen zu lassen?
Was? Was sagst Du? Ich sollte einfach mal einen Termin beim Frauenarzt machen? Schnell und komplikationslos?
Um mal ganz ehrlich zu sein, empfinde ich dieses fürchterliche vaginale Ultraschal als derart antiklimaktisch und irgendwie abstossend… nee, liebe Leserin, so wild bin ich nicht zu wissen, ob ich nicht doch schwanger bin. Ich warte lieber und deklariere: ich bin blos ein bisschen schwanger.
Das genügt mir.
Endlich…
Es heisst, dass Frauen mit Gestationsdiabetes in der Regel nicht über’m Errechnetetermin gehen dürfen, denn die Gefahr für Mutter und Kind steigt täglich danach.
Rechne noch hinzu, dass ich mit 42 sowieso ziemlich alle “Risikofaktoren” mitbringe, die man frau so haben darf…
Dann ist es ein Wunder, dass ich eine satte Woche über Termin gehen dürfte.
Das war gut so, obschon dass uns ziemlich durcheinander gebracht hat. 22. Oktober war der errechnete Termin, noch in den Herbstferien, zwei Tage bevor es mit der Schule wieder losgehen sollte… und da haben wir alle gedacht, das Baby sei spätestens dann da. Denkstde…
Und dann täglich das warten, bangen, sorgen (ja, manchmal bin ich eben nicht so cool). Schliesslich hiess es am Mittwoch beim FÄ: Wenn das Kind nicht von selbst kommt, muss am Freitag eingeleitet werden!
Sie hat in der Klinik angerufen und einen Termin für die Einleitung sofort ausgemacht: 7:30.
(Abegsehen davon, dass ich über 30 Min. zu dieser Tageszeit benötige, um überhaupt zur Klinik zu kommen, und vorher 5 Kinder irgendwie auf den Weg zur Schule/Kindergarten geschickt haben müsste…, passte mir dieses Vorhaben überhaupt nicht… sollte doch lieber das Kind BEREIT sein, geboren zu werden, als mit aller Gewalt früher gelockt werden — oder gar mit Gewalt entnommen werden…)
Also, bin ich erst um 12:15 am Freitag in die Klinik gefahren. (Natürlich mit Absprache und unter enge Kontrolle meiner Hebamme, die auch mit in die Klinik kam… also, bitte nicht einfach so Entscheidungen treffen, ich habe die “Ärzte” widersprochen, aber dafür die Fachfrau dennoch gehabt, die mich schon länger kennt und nicht nur über diese Schwangerschaft, sonder einige andere…)
Es waren wohl 4 Frauen zur Einleitung am Freitag (den 28. Oktober) eingeteilt, ich war eine davon. Alle andere haben brav auf den Arzt gehört. Keine hatte entbunden als ich um 12:15 antanzte.
Ich wurde untersucht und dann auf den Wehetropf gesetzt (an diesem Weg führ nichts vorbei, leider, aber dank meine Hebamme habe ich eine sehr niedrige Dosis erhalten), hatte heftige aber dennoch aushaltbare Wehen gehabt und plötzlich ging alles super flott, so dass alle regelrecht überrascht waren: 1.5 Presswehen und mit einem Schwall kam sie heraus, prompt noch einen Schwall und sofort die Nachgeburt hinterher… so was einfaches habe ich noch nie gehabt.
Wir waren insgesamt weniger als 5 Stunden in der Klinik und als wir entlassen würden, hatten keine der anderen drei Frauen ihre Kindern geboren… bin ich froh, dass ich nicht um 7:30 ankam!
Das liegt wohl daran, dass Kind Nummer 5 satte 59 cm lang, 3980 Gramm schwere mit entsprechend dicken Kopf einen Weg geebnet hat, welches dieses zarte 51cm, 3200 Gramm wesen hat so einfach durchschlüpfen lassen…
Mittlerweile steht fest: Ich bin gegen das Gebären allergisch. Ich habe eine fürchterliche Nesselsucht bekommen, welches auf den Oxitocin zurückzuführen ist. Und es juckt… ich glaub ich werde langsam wahnsinnig. Die Kleine hat viel Gewicht verloren (mehr als 10%) aber ist jetzt sehr gut auf dem Weg zur Geburtsgewicht wieder.
Es geht uns aber trotzdem alle sehr gut, wir geniessen es, zu Hause zu sein und dieses herrliche Herbstwetter hilft auch über alle Babyblues hinwegzukommen.
Noch nix…
Funkenstille hier seit Wochen, uns geht es gut, wenn etwas wild und hektisch.
Noch ist das Baby nicht da, obschon gestern der ausgerechnete Termin war. Trotz Gestationsdiabetes erlauben sie mir, eine Woche über Termin zu gehen (mit täglichen Kontrollen), denn alles ist amsonsten im grünen Bereich.
Diabetes… in echt.
Ich hoffe, ich muss kein Insulin spritzen.
Das Baby geht es hervorragend und es entwickelt sich prächtig, ist aber trotz meiner Schwangerschaftsdiabetes nicht zu groß.
Meine Eisenwerte sinken tiefer und tiefer und ich bin unendlich müde. Also: Mehr Eisen, mehr Gemüse, weniger Kohlenhydrate und jede Menge neue Arzttermine…
Der Sommer hat mich voll im Griff, Kinder überall, ständig was los. Auch mit der Arbeit (ich bin selbstständig) habe ich nicht (noch nicht) die erhoffte Ruhe, im Gegenteil, aber das ist doch ein gutes Problem zu haben, oder?
Irgendwann habe ich die Ruhe, hier etwas mehr über meine Empfindungen und Gedanken niederzuschreiben.
Irgendwie voll im Stress…
Ich habe aller Hand zu tun, keine Zeit, keine Zeit. Blog? Äh, da war was…
Ich komme im Augenblick nicht gerne heirher, plagen mich die ständig-was-neues-anfangen-aber-nie-weiter-verfolgen Gefühle und Gedanken.
Was sinnliches oder einfach tief-gehendes schreiben über die Wunder des Lebens? Sorry, ich muss passen.
Es freut mich auf der anderen Seite viel Arbeit zu haben, gerade jetzt *bevor* die Sommerferien anfangen. Drei Aufträge liegen bereit am Tisch, bitte jetzt, bitte bis morgen, bitte gestern fertig haben. Ich bin selbstständig und jetzt schwingt alles richtig in Gang, das ist gut. Und zeitig. Denn ab den Sommerferien (mit fünf Kids zu Hause) schwindet meine Zeit extrem schnell.
- Fünf Wochen Schule.
- Sechs Wochen Ferien.
- Sechs Wochen Schulanfang.
- Fünf Wochen Betriebspraktikum eine 9 Klässlerins (meine Tochter. Fliegt nach Kanada um bei den Wildhütern ihr Betriebspraktikum abzusolvieren… muss alles JETZT und auch sicher bis zum Tag der Abreise genauestens geplant werden…).
- Und dann Entbindung.
- Acht Wochen Pause (Mutterschutz).
- Weihnachten.
Zeit? Habe ich nicht. ;)
Und dennoch, heute ist ein weiterer Beitrag von mir drüben bei MomBlog erschienen: Kindergeburtstage — klebrige Angelegenheiten und gute Zeiten, Wie man günstig aber dennoch zauberhafte Geburtstage feiern kann.
Ich verrate Euch ein Geheimnis: das hatte ich bereits vor vier Wochen geschrieben… hehe, so kann ich hier ruhig über “keine Zeit” stöhnen und dennoch “produktiv” erscheinen sein.
Und, wie schafft Ihr es, mit der Zeit zurecht zu kommen?
Morgen: Frau Hebamme!
Ich bin so durcheinander, vergesse alles und habe das Gefühl, ich musste ständig schlafen. Zum Glück hat es heute endlich etwas geregnet (nach 14 Jahren Pause doch wieder Pollenallergie… igitt!). Ich hoffe, ich bin dadurch etwas weniger angeschlagen.
Keine Ahnung, in welche SSW ich jetzt stecke… 13? 14? Jedenfalls musste das erste Trimester bereits abgeschlossen sein. Mehr erfahre ich morgen, dann bin ich bei der beste Hebamme Deutschlands zu besuch.
Vielleicht nicht so stark wie Wunschwolke oder auf andere Weise wie Schokolane, habe ich immer wieder meine Augenblicke des Zweifels… wie wird das alles werden? Im Grunde aber bin ich sehr zuversichtlich gestimmt und so ein Typ, der nicht alle Antworten braucht, um zufrieden zu leben. Gemeinsam ist aber, dass jeder von uns sich ihre Ängste stellen muss, denn das Sich-ständig-hinterfragen kann zur Dauerbelastung des Elternseins werden, und ich schätze man raubt sich selbst etwas von der Freude am Ganzen.
Im Grunde ist das Leben so, nicht wahr, dass wir wirklich nicht alle Zügeln in der Hand halten und manchmal jagt das eine wilde Erfahrung den anderen. Das Leben ist ein wunderbarer Abenteuer, täglich voll gepackt mit Herausforderungen und Überraschungen. Wir müssen nur lernen, die Augen weit aufzumachen und zu staunen und zu empfangen.
Also bin ich mal gespannt, was alles morgen offengelegt wird/werden kann. Ich selbst bin seit eine Woche nicht mehr so sicher, dass das Baby wächst, blos, weil kurz davor das Gefühl hatte, es befindet sich einen harten Ball in meinem Bauch — immer dann, wo ich mich auf mein Bauch legen wollte. Auf einmal geht das Auf-den-Bauch legen wieder… wieso das? Keine Ahnung. Aber wenn mir einer Erklären kann, wieso, dann meine Hebamme.
Der April, macht was er will!
Ich lebe noch! Es geht mir eigentlich blendend, außer diese Müdigkeit…
Unsere Tage sind gefüllt mit Familie und das zauberhafte Wetter sowie Geburtstagsfeste haben unser Tun und Lassen bestimmt.
Im Garten haben wir ziemlich alles ausgesät und es freut mich, dass der Hafer bereits kräftig kommt, auch unsere erste Spargelpflänzchen drücken kleine Erdhäufchen nach oben! Es ist feinster Frühling…
Blogmäßig habe ich mich drüben bei MomBlog geoutet mit einem Beitrag über Kinderkleiderbasaare — ein Ratgeber, auch andere Beiträge sind dort bereits fest eingeplant. Ich freue mich, dass ich auch zwei große Aufträge habe, die mich gut beschäftigen und auch hoffentlich bis zur Entbindung für Stabilität sorgen werden. Das ist gut aber es lässt mich kaum Zeit, meine Gedanken hier festzuhalten. Ich weiss, dass 9 Monate irrsinnig schnell vorbei sausen werden, die Gedanken, Freuden sowie Sorgen geraten in Vergessenheit. Alles nicht so schlimm, dennoch, ich werde mir Mühe geben müssen, denn ich finde diese Zeit zu zauberhaft, dass ich diese völlig kommentarlos dahin verschwinden lasse.
Kinder zu gebären und eine Familie zu gründen, das ist eine große Ehre und Freude und ich finde, wir Frauen können ruhig davon erzählen und dabei ermutigen, in diese unsichere Zeit deutliche Zeichen setzen und ein dickes und entschiedenes Ja zur Familie sagen.
Zeitlich müsste ich das erste Trimester jetzt hinter mir haben (glaube ich, dass ich 12/13 Woche bin — also 12 + irgendwas).
Asche zu Asche… und der Sinn des Ganzen
Ich finde es schwer zu erklären, wo ich “stehe”–egal auf welche “Ebene” man es betrachten möchte.
Es ist gut eine Definition, eine Klarheit, einen Sinn und ein Gefühl “hier gehöre ich, hier stehe ich, hier bin ich” zu haben. Ein festes Verständnis von sich selbst zu haben. Es ist schön bekannt für dies und jenes be-, ge-, erkannt zu werden. So fest zu sein.
Ich war vermütlich nie so fest, wie damals, als ich nichts wusste (obwohl ich sicherlich damals glaubte, alles zu wissen).
Mehr als ein Jahrzehnt später bin ich eigentlich eher mit Staub vertraut, als mit Festigkeit. Kennst Du sicher: die feine Staubwölkchen die im Vorbeigehen aufgewirbelt werden und am Fenster, wo die Sonne durchscheint, zu tanzen anfangen… Ich beobachte, wie meine Kinder manchmal versuchen, den Staub zu fangen, so zauberhaft diese Staubwolke erscheinen mag. Ich bin eine solche Wolke.
Vielleicht nicht so zauberhaft, aber ich fühle mich sehr verbunden mit meine Staublichkeit – so im Sinne von der Erde, da, wo ich eines Tages zurückkehren werde, wenn ich sterbe.
Ich bin schwach, so hauch-ähnlich in mein Dasein. Mir ist die Geschwindigkeit des vorbei sausenden Lebens bewusst. Je mehr ich lerne, um so überzeugter bin ich, dass ich eigentlichs nichts weiss. Ich weiss blos, dass ich sehr klein bin.
Täglich trauere ich über meinen Mangel an Geduld, Liebe, Selbst-Beherrscht-Sein, Großzügigkeit und Gnade in meinem Herzen. Und gleichzeitig ist da mein Ego stets bereit laut zu propagieren, wie “auserordentlich” ich bin, in dem er alle meine Erfolge aufzählt, stolz erklärt, was ich alles erreicht habe bis jetzt.
Mein erlöstes Herz weiß es besser. Ich weiss, ich habe viel zu lange mir Gedanken verschwendet über die Welt um mich herum, vor allem darum, wie ich da stehe, wie man mich sieht und wahrnimmt. Ich habe viel zu lange höflich diese überaus wichtigere Realität im Leben ignoriert, der gerade außerhalb meiner Blickwinkel im Verborgenen wartet.
In dieser sichtbare Welt habe ich mich zu oft und zu viel um mich selbst gekümmert, meine Erfolge, mein Status in den Augen von anderen. Eigentlich ist es lächerlich, nicht wahr? Dieses Gleichgewicht zwischen der Tatsache, dass jeder Mensch ein Individuum ist, wertvoll, ein unikat und der Tatsache, dass unzählbare Menschen je auf diesen Planeten gelebt haben… Frau, wo ist blos deine Perspektive hin? Wird es je darauf ankommen, ob andere meine Einrichtungstalent bewundern oder ob ich 8 Punkte von 10 einheimse auf der Beliebtheitsskala? Ich bin nicht das Mittelpunkt.
Alle diese Dinge verblassen während ich diese Wort schreibe, während Du diese Wort liest!
Du und ich, wir sind so sehr damit beschäftigt uns zu definieren mit all unseren Krempel, wir polieren unsere Identitäten und Vorlieben, als ob wir kleine Götter wären. Wir arbeiten, damit die Welt für uns funktioniert, dabei vergessen wir, dass wir nicht so lange hier auf der Welt verweilen werden! Unsere Häuse verfallen ein Bisschen jeden Tag, aber wir merken es nicht, denn wir sind auf Schnäppchen jagt für irgend ein Gelumps, welches wir an der Wand aufhängen.
Ich frage mich, wieviele meine Herzschläge werde ich an mich selbst verschwenden, wenn ich mich stattdessen um Großzügigkeit, Demut, Mitleid, Barmherzigkeit hättest kümmern können? Ich glaube ich würde lieber mit einen robusten Herzen sterben, der gelernt hat zu arbeiten und kämpfen für das Wohlergehen andere, als zu sterben mit einem Herzen der in ruhige Selbstliebe in der Ewigkeit dahin schwindet.
So ist das im Reich Gottes. Alles ist irgendwie auf dem Kopf gestellt. Gibst Du alles, opferst dein Selbst, wirst Du dich finden. Andersherum, klammerst Du an dich selbst (indem Du alles unter Kontrolle behalten willst: deine Image, dein Status, dein Leben, deine Bequemlichkeit), wirst Du dahin kommen, das zu verleiren, was Du zwanghaft erhalten wolltest: Du verlierst dich selbst.
Manchmal am Endes des Tages bin ich Meinereiner satt. (Da ist es mir dann auch unbegreiflich, dass Du bis hierhin liest. ) Ich bin dankbar, dass Gott unendlich gnädig ist. Wenn Er mich nur so viel liebt, wie ich meine Kinder (und ich glaube fest, dass seine Liebe mindestens so groß ist), dann falle ich doch in seine schützende Arme. Das finde ich sehr tröstlich.
Ich weiss nicht, ob Du verstehst, was ich meine. Ich wünsche nur, dass ich selber aufwache und “Erwachsene” werde, bevor es zu spät ist, mich zu ändern.




